Informationen zu Morbus Pompe
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Rund um Morbus Pompe gibt es viele interessante und spannende Forschungsprojekte. Welche gerade aktuell oder bereits abgeschlossen sind, kann man auf der Website https://clinicaltrials.gov/ct2/results?term=pompe&pg=3 nachlesen.

Was die Pompe-Community aber wohl am meisten interessiert, ist die Erforschung neuer Medikamente für Morbus Pompe. Nachfolgend ein kleines Update (Stand 03/2016) welche aktuellen Medikamenten-Studien für Morbus Pompe laufen.
Die forschenden Firmen in alphabetischer Reihenfolge:

Amicus Therapeutics (http://www.amicusrx.com)

Die Firma Amicus Therapeutics nimmt einen erneuten Anlauf.

Die Studie hat den Titel:
First-In-Human Study to Evaluate Safety, Tolerability, and PK of Intravenous ATB200 Alone and When Co-Administered With Oral AT2221

Details sind nachzulesen unter: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02675465?term=amicus+pompe&rank=3

Geplante Studienorte in Deutschland:

  • University Children´s Hospital Department of Neuropediatrics an Inborn Metabolic Disorders, St. Josefs-Hospital
    Bochum, Germany, 44791
    Contact: Sandra Boger
  • Friedrich-Baur_Institute, Dep. of Neurology – University Munich
    Munich, Germany, 80336
    Contact: Stephan Wenninger, MD

Die Rekrutierung der Patienten in Deutschland hat noch nicht begonnen
(Stand 02.03.2016). Für ein Update einfach mal regelmäßig auf der o. a. clinicaltrials.gov Website nachsehen.

BioMarin Pharmaceutical (http://www.biomarin.com)

Die Studie hat den Titel:
BMN 701 Phase 3 in rhGAA Exposed Subjects With Late Onset Pompe Disease (INSPIRE Study)

Details sind nachzulesen unter: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01924845?term=pompe&rank=39

Studienorte in Deutschland:

  • Villa Metabolica, ZKJM MC University Mainz
    Mainz, Germany
    Contact: Petra Kleinhans    +49 (0) 6131-174579   
    Petra.Kleinhans@unimedizin-mainz.de
    Principal Investigator: Eugen Mengel, MD        
  • Klinikum der Universität München
    München, Germany
    Contact: Simone Thiele    +49 (0) 89 – 51607451
     simone.thiele@med.uni-muenchen.de
    Principal Investigator: Benedikt Schoser, MD        
  • Universitätsklinikum Münster
    Münster, Germany, 48149
    Contact: Angelika Okegwo    +49 (0) 251-8348335    Angelika.Okegwo@ukmuenster.de
    Principal Investigator: Peter Young, MD         

Die Rekrutierung der Patienten in Deutschland läuft.

Aus der deutschen Pompe-Community nehmen einige Patienten teil. Die bisherigen persönlichen Erfahrungsberichte klingen sehr positiv und lassen auf ein spannendes Produkt hoffen.

Das geschätzte Ende der Studie ist laut o.a. Website für Juni 2020 vorgesehen:
„Estimated Primary Completion Date: June 2020 (Final data collection date for primary outcome measure)”

Genzyme (ein Unternehmen der Sanofi Gruppe) (https://www.genzyme.com)

Aktuelles Medikament (Markzulassung April 2006): Myozyme
Nachfolgeprodukt: NeoGAA

Die NeoGAA Studie hat den Titel:
NeoGAA Extension Study (NEO-EXT)

Details sind nachzulesen unter: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02032524?term=pompe&rank=70

Studienorte in Deutschland

  • Investigational Site Number 276003
    Mainz, Germany, 55131
  • Investigational Site Number 276001
    München, Germany, 80336
  • Investigational Site Number 276002
    Münster, Germany, 48149

Die Studie läuft aktuell. Laut Website werden derzeit in Deutschland keine Patienten rekrutiert (Active, not recruiting). Für ein Update einfach mal regelmäßig auf der o. a. clinicaltrials.gov Website nachsehen.

Das geschätzte Ende der Studie ist laut o.a. Website für Mai/Juni 2024 vorgesehen:
“Estimated Study Completion Date: June 2024
Estimated Primary Completion Date: May 2024 (Final data collection date for primary outcome measure)”

Ein genetischer Ansatz

Die Studie wird durchgeführt von der Universität Florida.

Die Studie hat den Titel:
Re-administration of Intramuscular AAV9 in Patients With Late-Onset Pompe Disease (AAV9-GAA IM)

Das ist eine Phase I-Studie zur (Neu (Wieder-) Verabreichung der intramuskulären AAV9-GAA IM – eine Gentherapie für Patienten mit late onset Morbus Pompe.

Details sind nachzulesen unter: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02240407

Die Studie wird ausschließlich an und von der Universität Florida durchgeführt.
 „This study is not yet open for participant recruitment.“

Das geschätzte Ende der Studie ist laut o.a. Website für Oktober 2017 /2018 vorgesehen:
“Estimated Study Completion Date: October 2018
Estimated Primary Completion Date: October 2017 (Final data collection date for primary outcome measure)”

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Wer stets auf dem aktuellen Stand der Forschung / Studien rund um Morbus Pompe sein möchte, sollte regelmäßig auf https://clinicaltrials.gov/ct2/results?term=pompe&pg=3 nachsehen.

Thomas Schwagenscheidt

 

 

Gibt es zukünftig eine neue Therapie-Chance für Pompe-Patienten, die mit allergischen Reaktionen auf die Enzym-Ersatz-Therapie reagieren?

An der „University of Florida“ findet derzeit (Beginn: 07/2014) eine Studie mit Pompe-Patienten statt, die während der Infusion mit Myozyme allergische Reaktionen gezeigt haben. Als Medikament zur Unterdrückung der Immunreaktion kommt das Arzneimittel Zavesca® (Handelsname) / Wirkstoff: Miglustat) zum Einsatz. Zavesca ® wird u.a. zur Therapie der leichten bis mittelschweren Form der Gaucher-Krankheit eingesetzt und wird auch bei der Niemann-Pick-Krankheit Typ C zur Behandlung fortschreitender neurologischer Symptome verwendet.

Weitere Informationen:

Pressebericht der Firma Amicus Therapeutics vom 10.02.2015 auf deren Website:
http://ir.amicustherapeutics.com/releasedetail.cfm?ReleaseID=895552

Amicus CEO, John Crowley, sagt in diesem Pressebericht u.a. “We look forward to moving our next-generation ERT into the clinic later this year”. Das heißt so viel wie, dass im Laufe diesen Jahres mit klinischen Studien begonnen werden soll. Neben Genzyme (Produkt: Myozyme, verfügbar) und BioMarin (Produkt (Arbeitstitel): BMN701, Studienphase III) meldet sich nun auch Amicus Therapeutics (Produkt (Arbeitstitel): ATB200 in Kombination mit AT2221) wieder zu Wort. Diesmal nicht ausschließlich mit der Chaperone-Therapie sondern einer Kombinationstherapie aus Enzym und Chaperonen („Chaperone-Advanced Replacement Therapy“). Wir können gespannt sein, was uns in den nächsten Monaten erwartet.

Hier noch der Link zu den Postern, die von Amicus Therapeutics auf dem Symposium gezeigt wurden (3 x Fabry, 2 x Pompe): http://ir.amicustherapeutics.com/events.cfm

Thomas Schwagenscheidt

Albuterol Studie mit Morbus Pompe Patienten

August 14th, 2014 | Posted by SW in Forschung - (Kommentare deaktiviert)

Phase 1 Studie in den USA, mit Morbus Pompe Patienten und zugleich eine interessante Entwicklung: Es wird die muskelstärkende Wirkung von Albuterol an Patienten getestet, die gleichzeitig die Enzymersatztherapie mit Myozyme erhalten. Link: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01885936

Einige aus der Pompe-Community werden sich vielleicht noch erinnern. Bereits lange bevor im Jahr 2006 die Enzymersatztherapie mit Myozyme zugelassen wurde, haben sich viele von uns Gedanken darüber gemacht, wie man den Muskelabbau bei Morbus Pompe verlangsamen oder sogar stoppen könnte. Ein gedanklicher Ansatz war damals der Einsatz von Clenbuterol. Dieses Medikament ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der β2-Sympathomimetika und eigentlich ein Mittel zur Behandlung von Asthma, wurde aber in der Bodybuilder-Scene, illegalerweise, als Dopingmittel und Muskelaufbaupräparat eingesetzt.

Ein paar Patienten aus der Pompe-Community haben es damals mit dem Medikament versucht. Bis auf einen Patienten haben jedoch alle auf Grund starker Nebenwirkungen (u.a. Tremor) die Behandlung nach kurzer Zeit abgebrochen.

Aber so weit hergeholt ist dieser Behandlungsansatz gar nicht. In einer Studie zur der Muskelerkrankung FSHD (Fazio-skapulo-humerale Muskeldystrophie) aus dem Jahr 2001 (Link: http://clinicaltrials.gov/show/NCT00027391) wurde der Nutzen von Albuterol, ebenfalls ein Arzneistoff aus der Gruppe der β2-Sympathomimetika, bezogen auf die Erkrankung FSHD nachgewiesen. Seitdem gilt der Einsatz von Albuterol bei FSHD als eine gängige Behandlungsform. Eine bekannte und häufig auftretende Nebenwirkung bei der Anwendung von Albuterol ist (wie bei Clenbuterol) u.a. ein Tremor, was aber lt. Auskunft der Ärzte über die Dosierung gesteuert und beherrscht werden kann.

Wichtiger Hinweis: Trotz aller Euphorie ist von einer Selbstmedikamentierung abzuraten. Wer weitere Informationen zu diesem Thema haben möchte, der sollte sich unter Hinweis auf die Studie, an sein betreuendes Muskelzentrum wenden.

Auf der Website der US National Library of Medicine des National Institute of Health wurde über die ersten Ergebnisse zur Diaphragma (Zwerchfell)-Gentherapie-Studie (Phase I/II) an Morbus Pompe-Patienten (Kindern) berichtet, die an chronischer respiratorischer Insuffizienz leiden. Der Bericht gibt einen ersten kurzen Überblick zur Sicherheit der Therapie und der Auswirkung auf die Beatmung.

Die Genstudie wurde über einen Zeitraum von 180 Tage an 5 dauerbeatmungspflichtigen Pompe-Kindern durchgeführt. Zusammengefasst kann man die bisherigen Ergebnisse als positiv bezeichnen. Die Therapie ist gemäß dem Bericht sicher und ohne signifikante Nebenwirkungen verlaufen. Unter der Gentherapie zeigte sich auch eine Verbesserung einzelner Beatmungsparameter. Der Gentransfer verbesserte aber nicht den maximalen Inspirationsdruck. Bei der Auswertung der Daten von 5 weiteren Patienten soll festgestellt werden, ob sich für die Betroffenen, bei einem früheren Beginn der Therapie, auch ein größerer funktionaler Nutzen ergibt.

Den genauen Wortlaut des Artikel können Sie auf der Website des US National Library of Medicine nachlesen.

 

Dissertationen zum Thema “Morbus Pompe”

April 7th, 2013 | Posted by SW in Forschung | News - (Kommentare deaktiviert)

Keine wirklichen Neuigkeiten, aber interessante "Internet-Fundstücke". Zwei relativ aktuelle Dissertationen aus dem Jahre 2011 und 2012 zum Thema "Enzymersatztherapie bei Morbus Pompe".

Beide Doktorarbeiten sind an medizinischen Fakultät der Ludwig Maximilians Universität in München, geschrieben worden:

Auf der Website "Orphanet Journal of Rare Diseases" wurde am 27.03.2013 das Ergebnis einer Studie veröffentlicht, die von Wissenschaftlern der Erasmus Universität Rotterdam durchgeführt wurde.
Zielsetzung der Studie war es, die Auswirkung der Enzymersatztherapie auf die Überlebenszeit bei Erwachsenen mit Morbus Pompe zu überprüfen.

Nachfolgend die Übersetzung der Studien-Abstracts:

Hintergrund:
Morbus Pompe ist eine seltene metabolische Myopathie, für die seit 2006 eine krankheits-spezifische Enzymersatztherapie (EET) zur Verfügung steht. Die EET hat seine Wirksamkeit in Bezug auf Muskelkraft und Lungenfunktion bei erwachsenen Patienten gezeigt. Allerdings liegen bisher keine Daten über die Wirkung der EET auf das Überleben von erwachsenen Patienten vor. Das Ziel dieser Studie war es, die Wirkung der EET auf das Überleben bei erwachsenen Patienten mit Morbus Pompe zu beurteilen.

Methoden:
Die Daten wurden als Teil einer internationalen Beobachtungsstudie zwischen 2002 und 2011 erhoben, auf Basis der Untersuchungsergebnisse, die kontinuierlich jährlich von den Patienten erfasst wurden (Anmerkung: jährliche Verlaufskontrolle in den Pompe-Zentren). Für die univariablen und multivariablen Analysen wurden z
eitabhängige Cox proportionale-Hazard-Modelle verwendet (Anmerkung: Wer wissen möchte, was zeitabhängige Cox proportionale Hazard Modelle sind, kann das u.a. im Deutschen Ärzteblatt nachlesen).

Ergebnisse:
Insgesamt wurden 283 erwachsene Patienten mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren (Spanne 19 bis 81 Jahre) in die Studie eingeschlossen. Zweiundsiebzig Prozent der Patienten begann die EET zu irgendeinem Zeitpunkt während des Beobachtungszeitraumes (Follow-up), und 28% haben nie die EET erhalten. Während des Follow-up (Median 6 Jahre; Bereich von 0,04 bis 9 Jahre), starben 46 Patienten, davon hatten 28 (61%), noch nie die EET erhalten. Nach Adjustierung für Alter, Geschlecht, Land des Wohnsitzes und der Schwere der Erkrankung (basierend auf die Nutzung von Rollstuhl und Beatmungsgerät), wurde die EET positiv mit dem Überleben (95% CI, 0,19 bis 0,87 Hazard Ratio 0,41) der Patienten assoziiert.

Fazit:
Diese prospektive Studie war die erste, die die positive Wirkung der EET auf das Überleben bei Erwachsenen mit Morbus Pompe demonstriert.
Angesichts der erst kürzlich erfolgten Zulassung der EET für Morbus Pompe, unterstreichen diese Ergebnisse den positiven Einfluss der EET bei erwachsenen Pompe-Patienten.

Anmerkung:

Da es sich hier um eine teilweise Übersetzung medizinischer Details handelt, wird für Fehler in der Übersetzung keine Haftung übernommen. Lesen Sie bitte hierzu den vollständigen Originalartikel auf Orphanet Journal of Rare Diseases (in englisch).

Originaltitel der Studie: Impact of enzyme replacement therapy on survival in adults with Pompe disease: results from a prospective international observational study
Autoren: Deniz Güngör, Michelle E Kruijshaar, Iris Plug, Ralph B D¿Agostino, Marloes LC Hagemans, Pieter A van Doorn, Arnold JJ Reuser and Ans T van der Ploeg
Veröffentlicht am 27.03.2013 im Orphanet Journal of Rare Diseases 2013, 8:49 doi:10.1186/1750-1172-8-49

 

Amicus Phase II Studie erfolgreich

Februar 15th, 2013 | Posted by SW in Amicus Therapeutics | Forschung | News - (Kommentare deaktiviert)

Amicus Therapeutics hat am 04.01.2013 den Erfolg der Phase II Studie (Kombination Chaperone mit verfügbarer Enyzmersatztherapie) bekanntgegeben.

Hier die Links auf die Original-Artikel (engl.):

Interessant ist hier in diesem Zusammenhang, dass in den Artikeln erwähnt wird, das Amicus mit der Firma Laureate Pharmaceuticals einen Vertrag zur Herstellung eines rhGAA Enzyms abgeschlossen hat.